Abi-Klausuren & mündliche Prüfungen Deutsch



Abi-Klausuren

Rahmenbedingungen der Deutsch-Klausuren

Im Fach Deutsch bekommst du sowohl für den Leistungskurs als auch für den Grundkurs drei Klausurarten zur Auswahl (im Jahr 2021 bekommt ihr ausnahmsweise sogar 4 Klausurarten zur Auswahl).

Du hast 30 Minuten Auswahlzeit und im Anschluss  210 Minuten im GK bzw. 270 Minuten im LK Bearbeitungszeit zur Verfügung.

Jede Klausur umfasst 2 Aufgaben, die beide bearbeitet werden müssen und unterschiedliche Gewichtung besitzen.

 

Deutschklausuren werden immer auf 100 Punkte benotet. 28 davon umfassen die sprachliche Darstellungsleistung, die restlichen 72 verteilen sich unterschiedlich auf die zwei Aufgaben. Schaue dir am besten vorher genau an, welche Aufgabe wie viele Punkte umfasst, dann weißt du, wo du den Schwerpunkt hin verlegen musst.

Lies dir alle Klausuren/Aufgaben durch und schaue, welche davon thematisch für dich in die engere Wahl kommen. Achte jedoch auch darauf, die Ausgangstexte querzulesen, damit du auch sichergehen kannst, dass dir nicht nur das Thema liegt, sondern du auch die zu bearbeitenden Texte gut verstehst.

Manchmal ist das Thema spannend, aber die dazugehörigen Texte sehr komplex, sodass ein zunächst langweilig wirkendes Thema eventuell einfacher zu bearbeiten ist, weil dir die Texte besser liegen. Achte auf deine Stärken und Schwächen!


Mögliche Klausurvarianten

Aufgabenart I

Typ A

Analyse eines literarischen Textes (ggf. mit weiterführendem Schreibauftrag)

Typ B

Vergleichende Analyse literarischer Texte

Aufgabenart II

Typ A

Analyse eines Sachtextes (ggf. mit weiterführendem Schreibauftrag)

Typ B

Vergleichende Analyse von Sachtexten

Aufgabenart III

Typ A

Erörterung von Sachtexten

Typ B

Erörterung von Sachtexten mit Bezug auf einen literarischen Text

Aufgabenart IV
(ab 2023)

 

Materialgestütztes Verfassen eines Textes mit fachspezifischem Bezug



Aufgabenarten

Oben findest du die allgemeinen Kategorien, aus denen die Klausurvarianten zusammengesetzt werden können. Beachte, dass die erwähnten literarischen Texte auch noch mal variieren. Hier können epische, dramatische oder lyrische Texte gefragt sein. Bei Sachtexten können ebenso unterschiedliche Textsorten wie Fachartikel, Rezensionen, Reden etc. vorkommen. Natürlich solltest du auch diskontinuierliche Texte (Grafiken, Tabellen etc.) nicht vergessen.

 

Die erste Aufgabe ist meist eine Analyseaufgabe zu den entsprechenden Ausgangstexten. Achte genau auf die Schwerpunktsetzung, also den roten Faden der Analyseaufgabe. Manchmal ist aber auch keine direkte/komplette Analyse in der ersten Aufgabe gefragt, sondern du musst einen Text erörternd bearbeiten (hierfür musst du natürlich dennoch in der Lage sein, die Kernaussagen und Argumente des Ausgangstextes wiederzugeben und auszuwerten), oder du sollst eine vergleichende Analyse vorbereiten. Habe also auch die zweite Aufgabe stets im Blick, weil hier immer eine Verbindung besteht.

 

Die zweite Aufgabe beinhaltet dann eine Übertragung des Erarbeitenden bzw. einen Vergleich oder eine Verknüpfung. Hier sollst du dann das aus Aufgabe 1 analytisch Erarbeitete in Kontext zu deinem weiteren Wissen setzen. Zum Beispiel ein bestimmtes Thema wie die "Identitätskrise" einer Figur aus Aufgabe 1 vergleichen mit einer weiteren dir bekannten literarischen Figur. Meist bekommst du jedoch eine Vorgabe, zu welchem Werk/welcher Figur/welchem Thema du Vergleiche ziehen sollst. Oder du erhältst sogar einen zweiten Text, bei dem du Unterschiede/Gemeinsamkeiten zu den Ergebnissen aus Ausgabe 1 feststellen sollst.

 

Das Materialgestützte Schreiben fällt ganz aus diesem Muster raus. Hier bekommst du unterschiedliche Textquellen zu einem bestimmten Thema (zum Beispiel "Mehrsprachigkeit") und musst dann selbst aus all diesen Daten/Fakten/Argumenten einen informativen oder argumentativen Text schreiben. Meistens musst du auch eigenes Wissen ergänzen und in Verbindung setzen. In dieser Klausurart bekommst du außerdem einen Kontext für deinen Schreibauftrag sowie eine Textsorte vorgegeben, sodass du auch beweisen musst, dass du die passende Struktur/Sprache für die Bearbeitung der Aufgabenstellung wählen kannst.

Du merkst also: Es ist in Deutsch ein bisschen kompliziert, weil die Klausurvarianten ganz unterschiedlich aufgebaut sein können und es kein Schema F gibt. Folgende grobe Kategorisierungen lassen sich aber dennoch bestimmen:


Mündliche Prüfungen

Ablauf der mündlichen Prüfung in Deutsch

In den mündlichen Prüfungen hast du keine Auswahlmöglichkeiten, sondern musst die dir vorgelegte Prüfung bearbeiten. Zunächst erhältst du also einen Text inklusive Aufgabenstellung(en) und hast etwa 30 Minuten Vorberitungszeit, um den Text zu lesen und die Aufgaben stichpunktartig zu bearbeiten.

 

Für die Aufgabenstellung im ersten Prüfungsteil wird dir ein kürzerer Text vorgelegt und die möglichen Aufgabenarten entsprechen grundlegend denen der schriftlichen Prüfungen:

Aufgabenart I: Analyse eines literarischen Textes (unter Nennung von Bearbeitungsschwerpunkten)

Aufgabenart II: Analyse eines Sachtextes (unter Nennung von Bearbeitungsschwerpunkten)

Aufgabenart III:

 a. Erörterung eines Sachtextes

 b. Erörterung eines Sachtextes mit Bezug auf einen literarischen Text

 

Die Prüfung selbst dauert in der Regel mindestens 20, höchstens jedoch 30 Minuten, und ist in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil musst du selbstständig die in der Vorbereitungszeit erarbeiteten Ergebnisse zu den gestellten Aufgabe in einem zusammenhängendem Vortrag präsentieren. Der zweite Teil besteht anschließend aus dem Prüfungsgespräch mit der Prüfungskommission. Meist gehen die Prüfer*innen noch mal auf deinen Vortrag ein, geben dir durch gezieltes Nachfragen eventuell noch die Möglichkeit, einige Fehler zu korrigieren oder Ergänzungen bzw. Erläuterungen vorzubringen. Im zweiten Prüfungsteil geht es also eher um ein Wechselgespräch. Normalerweise geht es dann etwas weg von den in der Vorbereitungszeit gestellten Aufgaben und du sollst anschließend die Textthematik oder -problematik nun mit etwas Gleichartigem bzw. Andersartigem vergleichen oder in einen größeren Zusammenhang der Epoche, Gattung, Textsorte usw. bringen. Hier werden als größere fachliche Themen angesprochen und andere Inhaltsfelder abgefragt.

 

Stelle dich darauf ein, dass die Prüfungskommission aus drei Personen besteht: der Fachlehrkraft, dem Vorsitz und der Protokollführung. Deine Fachlehrkraft ist die eigentliche Prüfperson, die dir die Fragen stellt, aber der*die Vorsitzend*e könnte ebenfalls Fragen stellen.

Grundsätzlich sollten der erste und zweite Prüfungsteil ungefähr gleichlang sein. Achte also darauf, dass du etwa 10 Minuten für deinen Vortrag Zeit hast. Es sollte nicht viel länger sein, aber auch nicht viel kürzer. Natürlich macht es aber keinen Sinn, Zeit zu schinden, wenn du nichts Neues zu sagen hast. Dann schließe die Präsentation lieber ab, gehe zum zweiten Prüfungsteil über und versuche, dort etwas mehr Punkte zu sammeln.


Tipps für die mündliche Prüfung

Für die Vorbereitungszeit

Nutze die Vorbereitungszeit so gut und strukturiert, wie es eben geht und lies den Text auf jeden Fall mehrfach. Verschaffe dir zunächst einen Überblick, indem du den Text und die Aufgabenstellung überfliegst. Gehe anschließend beim zweiten Lesen an die inhaltliche Gliederung des Textes und fasse einzelne Sinnabschnitte mit verständlichen Randnotizen zusammen. Als nächstes achtest du genau auf die Aufgabenstellung und die Textsorte, sodass du eine stichpunktartige Analyse des Textes vorbereiten kannst und hierfür farblich markierst, welche Besonderheiten du benennen möchtest. Im nächsten Schritt interpretierst/deutest du deine Ergebnisse im Textzusammenhang und machst dir abschließend Notizen zu dem von dir geforderte Kontextwissen.

 

Plane dir auf jeden Fall noch etwas Pufferzeit am Ende deiner Vorbereitungszeit ein. Hier gehst du all deine Notizen noch mal durch und gliederst sie. Nutze Farben oder Nummerierungen, um sicherzustellen, dass du deine Präsentation strukturiert halten kannst und weißt, wo du welche Textstellen oder Notizen findest. Dir kann meist folgende Struktur helfen:

 1. Gegliederte Wiedergabe des Textinhaltes

 2. Textanalyse

 3. Textverständnis/Interpretation

 4. Weiterführender Auftrag/Schwerpunkt/Kontext

Schreibe deine Notizen am besten einseitig auf dein Konzeptpapier. Denn so musst du nicht ständig deine Blätter während des Vortrags umdrehen, sondern kannst sie auf dem Tisch ausbreiten und findest alles schnell wieder.



Für den Vortrag bzw. die Fragerunde

 Wenn es losgeht, stelle die einzelnen Aufgaben am besten noch mal vor. Lies sie aber bitte nicht einfach nur ab, sondern formuliere sie in eigene Worte um und moderiere quasi durch dein Vorgehen durch. Erkläre, wie dein Kurzvortrag gegliedert ist und stelle dann die Ergebnisse aus deiner Vorbereitungszeit vor. Wichtig ist es hier, dass du dich verhältst, wie du es bei einem Referat tun würdest. Lies deine Notizen nicht einfach ab, sondern halte Augenkontakt mit der Prüfungskommission und spreche möglichst frei. Denke dabei immer an den Merksatz: behaupten, begründen, belegen. Stütze deine Thesen mit Zitaten und Beispielen und erläutere deine Ansichten ausführlich. Erst dann sind deine Aussagen überzeugend.

 

Lass dich von möglichen Zwischenfragen der Prüfungskommission nicht aus dem Konzept bringen. Manchmal sind diese ein gutes Zeichen, weil die Prüfer*innen dich auf die richtige Fährte locken wollen oder eventuell testen möchten, ob noch mehr Detailwissen vorhanden ist, für das sie Punkte geben könnten. Gehe einfach freundlich und souverän auf die Fragen ein und kläre, ob du anschließend mit deinem Vortrag fortfahren kannst.

 

Gleiches gilt für die Fragerunde. Spiele den Prüfer*innen nichts vor. Wenn du nach einem Thema gefragt wirst, in dem du eine Wissenslücke hast, erkläre dies kurz. Das ist zwar generell nicht gut, aber so vermeidest du, dass dein*e Prüfer*in weiter zu diesem Inhaltsfeld nachbohrt. Wenn du eine Frage nicht verstehst, frage noch mal nach, wie diese zu verstehen hast, bevor du eventuell an der Frage vorbeiantwortest. Außerdem solltest du es generell vermeiden, angelerntes Wissen an Stellen einzustreuen, an denen diese nicht gefragt sind. Das könnte man dir als „Ablenkungsmanöver“ auslegen. Wenn du unsicher bist, erkundige dich, ob du zu einem Thema noch mal etwas vertiefender antworten darfst. Formuliere dies am besten als Angebot à la: „Wenn Sie möchten, könnte ich noch etwas mehr zu … sagen.“ So überlässt du der Prüfungskommission die Entscheidung und diese kann sich dann auch beim Protokollieren deiner Leistung darauf einstellen und Punkte hierfür geben.